Musik an Weihnachten 2018.

Im Weihnachtsgottesdienst am 25. wird in St. Anton die Messe in G-Dur von Conrad Paul Wusching (1827-1900) erklingen, ein eingängiges Werk für Chor, vier Solist(inn)en und kleines Orchester. Diese Messe war nach unserem Wissen noch nie im Raum Basel zu hören – vielleicht wundern Sie sich darüber, an dieser Stelle mit dem Namen eines völlig unbekannten Komponisten belästigt zu werden. Wusching wirkte in Lugoj (Lugosch), einer Stadt unweit von Timişoara (Temeswar) in der Region Banat. Zum Banat gehört auch Vršac (Werschetz), das Ziel unserer Pfarreireise im September 2018 – bekanntlich gibt es bereits seit 25 Jahren einen guten Kontakt zwischen der Pfarrei St. Gerhard in Vršac und unserer Pfarrei. Das Banat wurde nach dem ersten Weltkrieg von Landesgrenzen durchschnitten: Der grössere Teil (mit den erwähnten Städten Temeswar und Lugosch) gehört seither zu Rumänien, kleinere Teile zu Ungarn bzw. zu Serbien. Die Reisegruppe unserer Pfarrei wurde gegen Ende der Pfarreireise unsanft auf die 1919/20 neu und willkürlich gezogenen Grenzen hingewiesen, als während des Ausflugs nach Temeswar für das Überschreiten der serbisch-rumänischen Grenze in jeder Richtung je eine Stunde Wartezeit nötig war!

In der Zeit von C.P. Wusching war im Banat die allmähliche Nationalisierung verschiedener Teile der Bevölkerung spürbar, d.h. zuvor friedlich nebeneinander lebende Sprachgruppen fingen an, auf die Gründung eigener Nationalstaaten hinzuarbeiten. Ähnliches fand in vielen Teilen des österreichisch-ungarischen Vielvölkerstaats statt; es führte zum Auseinanderbrechen jenes Staats und gehört damit zu den Ursachen des ersten Weltkriegs, dessen Ende gerade 100 Jahre zurück liegt.

Wusching war in Österreich-Ungarn bekannt als Komponist von Chormusik. Sein langes und vielseitiges Wirken hat dazu beigetragen, dass in der Region viele Chöre und weitere musikalische Institutionen entstanden und dass Lugosch noch heute als „Musikstadt“ bezeichnet wird. Seine Kompositionen sind Zeugnisse des Banater Musiklebens, das sich auch für Vršac sehr gut belegen lässt. Jene Kultur war unter anderem davon geprägt, dass auch in kleinen Städten ein grosses Engagement für eine würdige Kirchenmusik möglich war. – Die Messe von C.P. Wusching wird in St. Anton ergänzt durch kürzere Stücke von Michael Haydn (1736-1806) und František Xaver Brixi (1732-1771).                                   

Matthias Wamser

 


Unbefleckte Empfängnis

Am Samstag feiert die Kirche die Unbefleckte Empfängnis Mariens. Worum geht es? Es ist kompliziert und einfach zugleich.

An der Wurzel der Neigung zur Sünde, die wir in uns wahrnehmen (das Gute erkennen und doch das andere tun wollen), ist die sogenannte Wurzelsünde (auch Ursünde oder Erbsünde genannt). Wir beobachten dieses Phänomen in jedem Alter – gar in frühsten Jahren. So folgt die Überlegung der Kirche, dass die Erbsünde vom ersten Moment im Leben eines Menschen präsent ist – ab seiner Empfängnis. Seit dem Sündenfall („Essen von der Frucht des Baumes des Lebens im Garten Eden“) ist jeder Mensch von den Folgen der Sünde geprägt – jeder Mensch vom ersten Augenblick seiner Existenz an. Die Ausnahme bildete Maria. Sie war von allem Anfang an wirklich frei, bewahrt vor der Erbsünde.

Aus zwei Gründen wollte Gott Maria vor der Erbsünde bewahren. Er wusste, dass ihre Aufgabe eine besonders schöne und auch eine besonders schwere sein würde. Er wollte sie nicht vor der Versuchung bewahren – sollte sie uns doch auch als Vorbild dienen können. Doch er wollte ihr eine Hilfe geben, indem er ihr das Urvertrauen in ihn (Gott) wiederherstellte. Er entfernte so gleichsam die Grundlage der inneren Neigung zur Sünde, was ihr das Leben in einem Punkt etwas vereinfachen sollte.

Der zweite Grund ist vielleicht etwas schwerer zugänglich. Doch keine Sorge – er ist uns naheliegend, wenn wir beispielsweise an ein Geschenk denken. Wir möchten jemandem etwas Wertvolles und Schönes zukommen lassen. Es versteht sich praktisch von selbst, dass wir für den Transport und die Verpackung einen sauberen Karton nehmen. Der Vergleich hinkt natürlich etwas. Gleichwohl weist uns dieses Bild auf eine verborgene Wahrheit und eine eigentlich selbstverständliche Handlungsweise hin.

Woher weiss nun die Kirche, dass Maria ohne Erbsünde empfangen wurde? Einiges entnimmt sie der Beobachtung ihrer selbst. Einiges aus der mündlichen Überlieferung, wovon wiederum einiges in der inspirierten Schrift festgehalten ist. Über die Jahrhunderte dachte sie darüber nach und gelangte zur Gewissheit im Glauben, dass es sich so verhalten müsse. Und schliesslich bestätige es Gott selbst, als er Maria die Erlaubnis gab, in Lourdes zu erscheinen um einem ungebildeten Bauernmädchen in einem abgelegenen Flecken Erde genau das zu erzählen, worüber sich in weit entfernten Städten Theologen die Köpfe zerbrachen. Möchte man es mit wenigen Worten beschreiben, könnte man sagen: Maria ist die Vorpremiere Jesu.

Erläuterung des Bildes: Sie erkennen die angebissene Frucht am Baum im Garten Eden. Die Passage spricht von einer Wahrheit über die wir aus der Beobachtung unseres Lebens Bescheid wissen. In der Geschichte nimmt der Mensch die verbotene Frucht und isst davon. Der Bericht handelt von der Entscheidung des Menschen, seinem Schöpfer nicht zu vertrauen, und wie er in der Folge versucht sich gar vor Gott zu verstellen.

Eva blickt hier noch beschämt zu Boden. Die eine Hand hält sie noch schützend vor ihrer Brust. Die andere Hand streckt sie –noch zögerlich und doch hoffnungsvoll – nach Maria aus. Maria steht noch etwas in Distanz, um Eva den Freiraum zu gewähren, in dem ihr zu sich selbst gebrochenes Vertrauen wieder wachsen kann. Zum Zeichen ihrer Annahme und Freundschaft legt Maria ihre Hand auf Evas Schulter. Auf Evas Gesicht zieht ein Lächeln auf.

Pascal Bamert


Advent - Leben voller Erwartung

Nun steht wieder die Adventszeit vor der Tür. Der Advent ist von der Ankunft des HERRN geprägt. Er ist zwar – vom Kirchenjahr her – noch nicht in der Zeit geboren (das feiern wir erst an Weihnachten), aber seine bevorstehende Ankunft prägt schon jetzt unser Leben. Es ist wie das Morgenrot, das den Sonnenaufgang ankündigt oder die Vorbereitung auf eine grössere Reise: Das kommende prägt bereits die Gegenwart. Die Erwartung des kommenden HERRN gibt dem Advent die Gestalt.

Warten auf den HERRN

Wir warten nicht einfach auf irgend etwas, wir warten auf den HERRN. Durch Christus wurde die Welt erschaffen, er hat sie erlöst, er gibt unserem Leben Sinn und Erfüllung, er ist der HERR von Zeit und Ewigkeit. Auf ihn warten wir.

Maria – eine adventliche Frau

Maria hatte ein Herz voller Erwartung. Sie erwartete den Messias, den Erlöser. Sie erwartete das rettende Eingreifen Gottes und konnte so ja sagen zu dem, was Gott von und mit ihr wollte. So ist sie für uns zum Vorbild geworden. Im Advent schauen wir ganz besonders auf sie und geben ihre einen besonderen Platz. Die Rorate-Messe ist ja eigentlich die Votiv-Messe für die Mutter Gottes im Advent.

Johannes der Täufer – ein adventlicher Mann

Johannes war der Vorläufer des HERRN. Er hat mit der ganzen Kraft seiner Existenz auf den kommenden HERRN hingewisen. So ist er für uns zum Vorbild geworden. Auch wir sind berufen, mit unserem ganzen Leben Zeugnis zu geben für den HERRN, der vor 2019 im Stall zu Betlehem geboren wurde und der am Ende der Zeit wiederkommen wird in Herrlichkeit.

Advent und Weihnachten

Der Advent ist keine „selbständige“ Zeit. Er ist voll und ganz geprägt von dem, was kommen wird. Weihnachten leuchtet in den Advent hinein. Das sehen wir an verschiedenen Symbolen: Das Licht nimmt im Advent ständig zu, bis es schliesslich an Weihnachten den Raum erhellt. Wir backen Weihnachtsgebäck und schmücken die Räume, so dass wir an Weihnachten das Fest feiern dürfen.

Adventliche Erwartung ist Kennzeichen für ein christliches Leben

  • Wir leben mit einer Perspektive – wir warten auf den HERRN.
  • Wir haben eine gute Perspektive – der HERR ist unser Retter und Heiland.
  • Wir haben Grund zu Freude und Zufriedenheit.
  • Freude und Gelassenheit auch in den dunklen Stunden unseres Lebens – am Ende wartet das Licht.

Im Advent können wir die christliche Zuversicht stärken z.B.

  • Durch das persönliche Gebet.
  • Durch die Betrachtung der Hl. Schrift.
  • Durch den Besuch von Adventsgottesdiensten und sonstigen Angeboten.
  • Durch den Empfang des Bussakramentes.
  • Durch die Erfahrung der Liebe Gottes im hingebungsvollen Dienst an den Menschen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit voll froher Erwartung.

Pfr. Stefan Kemmler