Mit Robin Hood im Schwarzwald

Tagen mit ihm die weiten Wälder zu durchstreifen. Doch gleich zu Beginn gab’s eine Schwierigkeit. In den Wirren des Brexits wurde Robin bei der Einreise festgesetzt. So war denn die erste Aufgabe der Minis, ihn mittels Lösens der kniffligen Rätsel des Escape Rooms «Jailbreak» (Gefängnisausbruch) zu seinem wohlverdienten Urlaub zu verhelfen. Danach führte die Fahrt nach Hornberg (bekannt durchs Hornberger Schiessen;-). Die Familie des Hasenhofs empfing uns herzlich. Den ersten Tag verbrachten wir auf dem Hof: Waldlehrpfad, Bau eines Katapults aus Büromaterialien, Schnitzen einer Steinschleuder (mitsamt obligaten Probeschiessen auf eine Blechbüchse), Reiten und thematisch passende Brettspiele füllten den Tag. Dem Füllen der hungrigen Bäuche widmete sich heuer unser zweiköpfiges Küchenteam – Frau Jaskulski und Frau Mooren – mit Fleiss und Kreativität. Nach dem abendlichen Bibelteilen, gesellte sich am Dienstag das Ehepaar des Hofes, als wir in den sternenklaren Himmel Feuerpilze aufsteigen liessen, zu uns. Spätestens da hatten sie uns ins Herz geschlossen. Am Folgeabend nahmen sie gar an der Geisternacht teil und schritten selbst mutig den Pfad ab. «Die Geisternacht war richtig gruselig.», kommentierte einer der Minis. Es war bereits mit Wanderung und Film ein voller Tag. Besonders war folgender Anlass: Wir hatten die Freude, dass Pfarrer Kemmler an seinem 50. Geburtstag mit uns die Hl. Messe feierte. Im Anschluss ans Abendessen warteten wir dafür mit der lokalen Köstlichkeit einer Schwarzwäldertorte auf. Über Nacht kippte allerdings das Wetter. Die älteren Minis liessen sich am Mittwoch jedoch keineswegs von der «Hirschgrund Zipline» abhalten. «Die Fahrt zum Schluss auf über einem halben Kilometer langen Stück war grossartig!», lautete ein Fazit. Die jüngeren vertieften sich derweil in «Catan» und schlüften in einem nahegelegenen Kaffeehaus eine heisse Schokolade. Ungeachtet des strömenden Regens nutzen einige nachmittags die Gelegenheit zum Fussball auf dem örtlichen Kunstrasenfeld. Nach dem Abendbrot entschieden sich die jüngeren Minis zu einem geistlichen Input zum Gottesdienst, wobei wir ihre Fragen sammelten und Antworten suchten. Die älteren Minis bevorzugten das Thema «Reden mit Gott – Gebet.» Da am Dienstagnachmittag Regen einsetzt hatte und wir gleichwohl auf Robin Hoods Gefühl in den Baumwipfeln nicht verzichten wollten, stellten wir das Programm für Donnerstag um: morgens rodelten wir und nachmittags erklommen den Hochseilgarten Tribergs (gleich neben den höchsten Wasserfällen Deutschlands). Beim bunten Abend waren selbst in Gala-Kleidung die unterschiedlichsten Fähigkeiten gefordert; kleinere und grössere Herausforderungen an Geschicklichkeit, Teamgeist und Kreativität (beispielsweise die spontane Interpretation eines Theaterstücks).

Vielen Dank allen, die das Lager möglich gemacht und zu dessen Gelingen beigetragen haben: Den Geber*innen der Kuchen, den Sponsoren, der Pfarrei mit ihrer Unterstützung, dem Küchenteam und dem Pfarrer. Mein besonderer Dank geht ans Team der älteren Minis, die mit viel Engagement in die Gestaltung des Programmes gestalteten und im Herbstlager den Familiengeist stärkten. Vergelt’s Gott!

Pascal Bamert


 

Da gab es auch mal einige Tränen abzuwischen am Ende dieser schönen Woche.

Der Rosenkranz-die Wunderwaffe der Gläubigen

Im 16. Jahrhundert stand die Kirche in einer sehr schwierigen Situation: Im Norden entstand in der Folge der Reformation eine grosse Kirchenspaltung. In Italien war der Kirchenstaat bedrängt von Venezien und Spanien. Und dann eroberten die Türken Insel für Insel und rückten Rom immer näher. Die von Papst Pius V. geschmiedete Allianz aus Venedig, Spanien und Kirchenstaat besiegte die scheinbar unbesiegbare türkische Flotte am 7. Oktober 1571 in der Seeschlacht bei Lepanto. Wie sehr dieser Sieg nicht der menschlichen Stärke der Truppen sondern der Fürbitte der Gottesmutter Maria zugeschrieben wurde, zeigt die Tatsache, dass das 1572 eingeführte Rosenkranzfest auf den 7. Oktober gelegt wurde und als Gedenktag unserer Lieben Frau vom Sieg, später unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in den liturgischen Kalender aufgenommen wurde. Pius V. hat nicht nur geschickt gehandelt, sondern auch und vor allem gebetet und zum Gebet aufgerufen.

Auch später hat das Rosenkranzgebet geholfen, Wien von der Russischen Besatzung zu befreien und die grossen Marienerscheinungen laden uns dazu ein, den Rosenkranz zu beten.

Wir sind ja heute nicht gerade militärisch bedroht und leben auch nicht unter Besatzung, aber auch heute stehen wir in der Gefahr, vom Weg des Evangeliums abzukommen und uns in der Belanglosigkeit zu verlieren. «Eine einzige Spielwiese der Sympathie ist unsere Kirche heute. Eine Spielwiese sanfter Selbstverwirklichung und noch sanfterer Nächstenliebe…. Sypathischer als wir kann man gar nicht sein. Auf unserer katholischen Spielweise lächeln wir nach hinten, vorne, links und rechts. Und keiner von uns denkt daran, dass wir auf dieser schönsten aller Spielwiesen nur deshalb so sanft lächeln dürfen, weil einer war, der höchst unsanft dafür gesorgt hat, dass es diese Spielwiese noch gibt.» (H.C. Zander, Kurzgefasste Verteidigung der Hl. Inquisition). So steht es uns auch heute gut an, mit dem Rosenkranz in der Hand unsere Liebe Frau vom Sieg im Kampf gegen das Böse und für das Leben um Hilfe zu bitten.

In St. Anton haben wir folgende Möglichkeiten des gemeinsamen Rosenkranzgebetes: So 9:25, Mo, Di um 17.30 Uhr, Do, Fr um 17.00 Uhr, Di 8.25, Mi, Sa um 9.30 und am 1. Samstag im Monat die tamilische Gemeinschaft um 18:30.

Zusätzlich im Rosenkranzmonat besonders am 6. Oktober 2019 um 14.30 Uhr der «Rosenkranz für die Schweiz» und die Rosenkranz-Novene der Syro-Malabarische Gemeinschaft vom 4. – 11. Oktober um 17:30.

Pfr. Stefan Kemmler


 

Buss- und Bettag, Erntedankfest

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist ein Tag, an dem Katholiken, Reformierte, Juden und andere Konfessionen und Glaubensrichtungen in verschiedenen Schweizer Städten zu ökumenischen Betveranstaltungen zusammentreffen.

Tage des Fastens und Betens sind in der Bibel häufig erwähnt, und eine protestantische Tradition, Nationaltage des Fastens und Betens zu begehen, ist in den Jahren nach der Reformation entstanden. Schon vor der Reformation gab es solche Tage, typischerweise als Wege göttliche Gnade zu finden nach einer Hungersnot, Plage oder anderen Katastrophe.

Ursprünglich wurden Tage des Dankens und Betens sporadisch begangen und nur auf Kantonslevel. Später, im Jahr 1831, wurde ein nationaler Feiertag etabliert, und zwar am 8. September. Nach einer Weile wurde er auf den dritten Sonntag im September verlegt, mit Ausnahme von Genf, dort ist es bei dem alten Datum geblieben.

Das Beibehalten des alten Datums in Genf hat seinen Ursprung in den Tagen des Bartholomäus-Massakers im benachbarten Frankreich, wo eine grosse Anzahl französischer Protestanten in einem geplanten Komplott ermordet wurde, um sie auszurotten. Im französischsprachigen, protestantischen Genf war das Mitgefühl für die Opfer sehr stark, und heute ist „Jeune Genevois“, die Genfer Version des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags beides, ein patriotisches und religiöses Symbol der stolzen Geschichte und Identität von Genf.

Ein grosser Teil der Schweiz ist heutzutage sehr weltlich, weshalb dieser Feiertag nicht mehr so sehr gefeiert wird wie früher. Dennoch ist es eine Zeit, wo alle christlichen Konfessionen, lokale Regierungen und säkulare Hilfsorganisationen in speziellen Projekten zusammenwirken, um den Armen und Notleidenden in der Welt zu helfen.

Erntedankfest

In der römisch-katholischen Kirche wird bereits seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. das Erntedankfest gefeiert. Das geht wahrscheinlich auf die jüdische Tradition des Laubhüttenfestes zurück. Es gab und gibt jedoch keinen weltweit einheitlichen Termin für das Fest, da in den verschiedenen Klimazonen die Ernte zu unterschiedlichen Zeiten eingebracht wird.

In der Schweiz gibt es viele Bräuche, bei denen die Menschen für die vergangene Ernte – Getreide, Gemüse, Obst und Käse – danken. Im September wird in vielen Schweizer Gemeinden bei der traditionellen «Sichelte» oder bei der «Chästeilete» Erntedank und gleichzeitig der Alpabzug gefeiert. Sichelte und Chästeilete finden gegen Ende des Sommers im September statt, so dass die Kühe noch vor dem ersten Wintereinbruch sicher ins Tal gebracht werden können. Bei der «Chästeilete» werden die Käselaibe, die den Sommer über auf der Alp hergestellt wurden, unter den Bauern aufgeteilt.