Adventstage in St. Anton vom 29. November – 1. Dezember 2019

 

ALLE JAHRE WIEDER ...

…freuen wir uns aufs Neue, Sie alle bei einem der vielen Angebote während der Adventstage im und um das Pfarreiheim anzutreffen.

Vielleicht geniessen Sie das Stöbern im kunterbunten Angebot des Flohmarktes? Oder Sie wählen einen handgemachten Adventskranz in Ihren Lieblingsfarben aus? Wer zuvor noch eine besinnlichere Einstimmung auf die Adventszeit möchte, kommt am Freitagabend in die Cafeteria und lässt sich mit Tee und heissen Marroni verwöhnen.

Und wem in diesem friedlichen Moment in den Sinn kommt, dass er sich noch gar keine Gedanken über Weihnachtsgeschenke gemacht hat, der kann beruhigt weitergeniessen: Im Untergeschoss des Pfarreiheims können Gross und Klein Kerzen in jeder Grösse und Dicke ziehen und wunderschön verzieren lassen! Ein Unikat zum Verschenken! Oder für die Nachbarin einen Türschmuck selber machen? In der Bastelwerkstatt finden Sie alle erdenklichen Materialien, um einen ganz individuellen Tür- oder Wandschmuck selber zu gestalten. Doch sicher können Sie das!

Unter fachkundiger Anleitung binden Sie zum Beispiel einen Kranz und wählen die passende Dekoration aus: Kerzen, Bändeli, Krälleli, getrocknete Früchte, Kugeln, Sterne und Sternchen – was das Herz begehrt (und der Nachbarin gefällt). Auf dem Tisch mal ein etwas anderes Adventsgesteck? Selbstkreierter Baumschmuck oder selber gegossene Seifen? Fein beduftetes Badesalz?

Kinder und Erwachsene, kommt einfach vorbei und lasst Euch von den vorbereiteten Mustern inspirieren. Gleich neben der Cafeteria im Kongzimmer ruft die nächste Verlockung. Gross und Klein können dort feine Gutzi backen und ganz kreativ verzieren - zum Verschenken oder zum Selberessen! Wir freuen uns jetzt schon auf den feinen Duft im ganzen Haus!

Wer sich zudem kulinarisch verwöhnen lassen möchte, geniesst am Sonntagmittag im Pfarreisaal «Spaghetti à discretion» und feine Kuchen und belegte Brötchen in der Cafeteria.

Dies alles natürlich unter der Voraussetzung, dass Santiglaus und Schmutzli, die uns nach der 10 Uhr Messe am Sonntag besuchen kommen, keinen von uns in den Sack stecken und mitnehmen….

Nach Värsli und Singen gibt’s ab 11 Uhr Grätimänner im grossen Saal. S’het, solang s’het!

Und wie jedes Jahr kommt der Erlös dieser Aktivitäten dem aktuellen Adventsprojekt zugute. Dieses Jahr wurde die Gesundheitsstation in Equador – ein Missionswerk der Schweizer Franziskaner - ausgewählt. Pater Marek und seine Mitbrüder unterstützen die Ärmsten der Armen, welche entweder von Venezuela nach Equador geflüchtet sind oder beim verheerenden Erdbeben von 2016 alles verloren haben. Unterernährt und von Krankheiten geschwächt, leiden vor allem Kinder und ältere Personen an der mangelnden Unterstützung seitens des Staates. Mit der mobilen Klinik der Franziskaner werden diese Flüchtlinge und über 1000 Erdbebenopfer, die in bitterer Armut leben, gesundheitlich versorgt. Mit der Teilnahme an den Adventstagen machen Sie also nicht nur sich und den Beschenkten eine Freude, sondern unterstützen konkret dieses wertvolle Projekt.

Wir freuen uns jetzt schon, Sie am 1. Adventswochenende in St. Anton willkommen heissen zu dürfen.

Isabelle Granert


 

Es ist das «Wenige», das «Kleine», das oft Früchte trägt.

Das Positive im Visier

Die Freude des Evangeliums ist die Frucht eines Glaubens, das im "Mittelpunkt des Lebens“ steht. Das Evangelium ist die Verkündigung Jesu Christi und die Zugehörigkeit zu ihm kommt in der christlichen Gemeinschaft – der Kirche, in der wir leben – zum Ausdruck.

In der Tat besuchen nicht viele Menschen die Pfarreien und von Aussen mag der Glaube als Lebensmittelpunkt nur schwach wahrnehmbar sein. Wer undifferenziert auf die Kirche hinschaut, sieht das besorgniserregende Bild von Gemeinschaften, die nur mit Mühe bestehen. Wer jedoch weitsichtiger ist und die Pfarrgemeinschaften mit den Augen des Glaubens und im Licht des Evangeliums betrachtet, sieht darin eine tiefgründigere Realität, die an die "Hefe“ im Mehltrog oder an den kleinen „Senfkorn“ in der Bibel erinnert.

Es ist das „Wenige", das "Kleine", das oft Früchte trägt. In den Pfarreien gibt es so viel gute "Hefe" sowie unzählige kleine "Samen" des Glaubens. So wie es in jeder Gemeinschaft auch guten Teig gibt, wo die Hefe des Dienstes und des Zeugnisses wirkt und wächst. Die Pfarreien bleiben, trotz Widersprüchen und Schwierigkeiten, fruchtbarer Boden, auf dem der Samen der Hilfsbereitschaft sich entwickeln kann.

An konkreten Beispielen mangelt es nicht. So erfahren wir immer wieder, wie Gott im Leben von Einzelnen und Familien gegenwärtig ist, wie Seine stille Präsenz in schwierigen Zeiten Gefühle der Verantwortung, Geduld und Hoffnung weckt.

Besonders die Freiwilligenarbeit ist die Frucht des Glaubens und schenkt den Gemeinschaften Lebenskraft: Wir denken an unsere Vertretern in zahlreichen Gremien, an die Helfer die den Kranken und Älteren nahe stehen, die Katecheten, Chorsänger, Leser, Gruppenleiter… ohne alle anderen zu vergessen, die sich im Dienst am Altar engagieren, Feste und Anlässe organisieren, für gute Zwecke spenden, sich mit Hand und Herz für anderen einsetzen, helfen oder einfach für die Gemeinschaft beten - und das ist nicht wenig! So sehen wir eine Schar lebendiger Menschen, die den Glauben in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen. Hilfsbereite Menschen, die sich nicht scheuen anzupacken. Menschen, die keinen Lärm machen, sondern handeln und das Gute verbreiten.

Ich bin überzeugt, dass die Aufmerksamkeit für das Positive in jedem Lebensbereich ein gutes Rezept ist, um vertrauensvoll auf das Negative, das Problematische, das Anspruchsvolle, das Falsche in der Gemeinschaft zu reagieren. Sich auf das zu konzentrieren, was wir sind und was wir haben, sei es auch so klein, schenkt uns den Mut, unserem Wunsch Gutes zu tun.

Und der Mut, sich für das Gute einzusetzen, ruft wiederum "Geduld" hervor. Die gleiche Geduld, die wir als Liebe Gottes kennen und erfahren dürfen. Gott beugt sich über alles, was in den Gemeinschaften gedeiht und über das, was besser werden soll. Denn Gott beugt sich über uns und lässt uns nicht im Stich. Gerade daran erinnert uns das Leben in unseren Pfarreien und ermuntert uns, zuversichtlich unseren Glauben zu leben und mitten im Leben mit Freude zu verkünden

P. Valerio

 


 

Allerseelen – Beten für die Verstorbenen

An Allerseelen (2. November) gedenkt die Kirche der Verstorbenen und betet auch für sie. Das ist heute gar nicht so einfach verständlich. Viele denken: «Die Toten sind tot, wir machen die Beerdigung für die Hinterbliebenen, es geht um die Lebenden.» Die Lebenden sind zweifellos wichtig, aber nicht nur und an Allerseelen geht es vor allem um die Verstorbenen.

Gottes Barmherzigkeit - Grundlage des Betens für die Verstorbenen

Es ist tiefste christliche Überzeugung, dass wir an einen barmherzigen Gott glauben. Weil Gott uns liebt, ist er Mensch geworden und für uns gestorben. Er hat uns erlöst. Nicht unsere Leistung, nicht unsere Fähigkeiten bringen uns das Ewige Leben, sondern Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wir glauben an einen barmherzigen Gott. Nicht Selbsterlösung, sondern Erlösung durch Christus.

Beten hilft den Verstorbenen

Wir glauben an einen barmherzigen Gott, nicht an ein abstraktes gutes Prinzip. Deswegen ist die Erlösung auch nicht einfach ein Automatismus, sondern geschieht dadurch, dass das erlösende Wirken Gottes beim Menschen ankommt. Weil es offensichtlich ist, dass bei einigen (wohl sogar bei vielen) Menschen die Liebe Gottes noch nicht ganz Annahme gefunden hat, beten wir für die Verstorbenen. Wir beten dafür, dass sich die Verstorbenen der Liebe Gottes öffnen können, bereitet werden für seine Liebe. Im Gebet werden sie, im Bild gesprochen, vor das Kreuz getragen.

Praktische Möglichkeiten zum Gebet für die Verstorbenen

An Allerseelen feiern wir Eucharistie für unsere Verstorbenen - jeder Priester kann 3 Messen zelebrieren Wir feiern Tod und Auferstehung des Herrn und tragen unsere Verstorbenen hinein in das Geheimnis unserer Erlösung. In der «Gedächnismesse» oder im «Jahrzeit» wird eine Messe besonders für einen bestimmten Verstorbenen gefeiert und dieser so in besonderer Weise dem Herrn empfohlen. Das dabei bezahlte Messstipendium (Messspende, bei uns 10.- pro Messe) dient in vielen Ländern zum Lebensunterhalt des Priesters, bei uns vor allem für die Karmeliter oder Priesterstudenten.

Fasten, Gebet und Empfang des Bussakramentes sind an diesem Tag ebenso Ausdruck und Element unserer Verbundenheit und Liebe zu den Verstorbenen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Wunden ihrer Sünden heilen und sie bereit werde für die Herrlichkeit Gottes.

Pfr. Stefan Kemmler