LektorIn und KommunionspenderIn

 

Die Schrift nicht kennen, heisst Christus nicht kennen.“ (Hl. Hieronymus)

Der Dienst der Lektorin, des Lektors besteht darin, der Versammlung im Gottesdienst das Wort Gottes vorzutragen. Dazu gehören besonders die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament sowie der Psalm, der auch gesungen werden kann. Ebenso trägt die Lektorin, der Lektor das Fürbittgebet vor. Um diesen Dienst zur Erbauung aller Glaubenden auszuführen, ist die persönliche Vertrautheit mit der heiligen Schrift eine wichtige Voraussetzung. Lektoren und Lektorinnen vertiefen sich auf vielfältige Weise in das Wort Gottes, nutzen es als geistliche Quelle und gestalten ihr Leben immer mehr danach. Um das Wort in sich aufzunehmen, zu erwägen, sich von ihm formen zu lassen und es treu und zuverlässig zu verkünden, erhalten Lektorinnen und Lektoren einen eigenen Segen und werden beauftragt: „Empfange das Buch der Heiligen Schrift und trage das Wort Gottes vor, getreu und vernehmlich, wie es aufgezeichnet ist, damit seine Kraft in den Herzen der Menschen sich auswirke.“

Die nächste Vorbereitung zum Dienst als Lektorin, als Lektor startet im Januar. Interessentinnen und Interessenten mögen sich ans Pfarramt wenden.

Die Kommunionspenderin und der Kommunionspender sind beauftragt, den Glaubenden in der Eucharistiefeier und den Kranken zu Hause die heilige Kommunion, den Leib Christi, zu reichen. Dazu ist eine Vertrautheit mit der Liturgie der Kirche nötig und eine stete Begegnung mit Christus im heiligen Mahl oder auch in der Anbetung. Die Eucharistie ist das innigste Vermächtnis Jesu an seine Kirche vor der Hingabe seines Lebens im Tode am Kreuz. Die Feier dieses Sakraments ist Quelle, Ziel und Mitte im Leben unserer Kirche. Die Beauftragung führt die Kommunionspenderin, den Kommunionspender zu jenen Menschen, die Christus begegnen wollen und sich von ihm her als Leib Christi, als Volk Gottes verstehen. In besonderer Weise sind die Kommunionhelferin und der Kommunionhelfer den Schwachen und Kranken verbunden.

In der vergangenen Wochen haben sich drei Frauen auf den Dienst der Kommunionhelferin und zwei Männer auf den Dienst des Kommunionhelfers vorbereitet:

  • Lynn Lischer
  • Charu Kashamkattil
  • Dilaxan Ratnasabapathy
  • Danieschmann Savarimuthu
  • Luza Savarimuthu

Bischof Felix hat dies freudig zur Kenntnis genommen. Am kommenden Sonntag werden sie in der 10-Uhr-Messe beauftragt. Pfr. Stefan Kemmler segnet sie eigens nach dem Glaubensbekenntnis für diese Aufgabe. Weiter wird er ihnen die bischöfliche Beauftragung zum Dienst als Kommunionhelferin, Kommunionhelfer überreichen.

Wir freuen uns, dass sie ihre Bereitschaft bekundet und sich darauf vorbereitet haben. Durch ihren Dienst am Sakrament der Eucharistie wirken sie nun in einer neuen Weise am Aufbau der Gemeinschaft der Glaubenden mit.

Pascal Bamert


 

Tag der Völker in St. Anton

aufnehmen – beschützen – fördern – integrieren

Die Katholische Kirche feiert am 11. November 2018 wieder den „Sonntag der Völker“. Dieser Tag soll alle Katholiken darauf verweisen, dass die Kirche universell, vielsprachig und multikulturell ist, und dass sie jeden Mitmenschen, egal welcher Herkunft und Hautfarbe als Bruder und Schwester aufnehmen sollen und in die Gemeinde integrieren.

Auch in St. Anton gibt es einen besonders gestalteten Gottesdienst, bei dem die Gläubigen der anderssprachigen katholischen Mitbrüder im Zentrum stehen. Die muttersprachliche Seelsorge lädt alle ein, am Sonntag der Völker um 10.00 Uhr in der Kirche St. Anton einen gemeinsamen Gottesdienst der Vielfalt zu feiern. Anschliessend an den Gottesdienst gibt es im Pfarreiheim eine Agape mit Köstlichkeiten aus vielen Ländern, Getränken.

Die Agape wird von der Mitenand Gruppe koordiniert. Motto: „aufnehmen – beschützen – fördern –integrieren“ Das Motto stammt aus der Papstbotschaft 2018: „Die Migranten und Flüchtlinge aufnehmen, beschützen, fördern und integrieren.“

  • Aufnehmen: die Aufnahme der Flüchtlinge kann im Sinne des Matthäus-Evangeliums verstanden werden: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ (25,35). Die Worte Jesu sind die Motivation für eine Aufnahme.
  • Beschützen: Papst Franziskus betont: „Das Verb ‚beschützen‘ konkretisiert sich in einer ganzen Reihe von Maßnahmen zur Verteidigung der Rechte und der Würde der Menschen, konkret der Migranten und Flüchtlinge. Dieser Schutz beginnt nach Franziskus in der Heimat, setzt sich fort unterwegs und im Ankunftsland.
  • Fördern: damit sie sich als Personen in allen Dimensionen, die das Menschsein gemäß dem Schöpferwillen ausmachen, verwirklichen. Eine besondere Rolle spielt hier die Familie, die unterstützt werden soll. Die Bildung soll ebenfalls gefördert werden, damit diese Menschen im Bereich der Integration eine entsprechende Chance haben.
  • Integrieren: die Integration ist ein langer Prozess, was für alle Beteiligten eine große Herausforderung bedeutet. Sie ist nicht gleichzusetzen mit Assimilation, aber neben der Bewahrung der eigenen Sprache, Kultur, Identität ist die Integration in die Gesellschaft, in die Kirche wesentlich für das tägliche Leben der Einzelnen und der Gruppe.

Gaetano De Pascale


 

Besuch der Gräber

Wenn ich die Tage das Grab meines Vaters aufsuche, herrscht auf dem Friedhof deutlich mehr Betrieb als unter dem Jahr. Auf vielen Gräbern stehen Blumengestecke. In der Dämmerung fallen die zahlreichen – typischerweise roten – Kerzen auf, die neben den Grabsteinen flackern.

Besuche am Grab können den Trauerprozess begleiten. Sie sind gleichzeitig Ausdruck der Wertschätzung gegenüber der Verstorbenen Person. Mit ihrem/ seinem Dahinscheiden bleibt einerseits eine Lücke, deren man sich beim Besuch am Grab bewusst wird. Andererseits ist es mit der Gelegenheit verbunden, sich an gemeinsame Momente zu erinnern. Oder sich einige ihrer/seiner Verdienste ins Gedächtnis zu rufen.

Wenn ich das Grab einer mir lieben Person aufsuche, erfüllt mich oft Dankbarkeit für das Erhaltene. Bisweilen auch Wehmut – vielleicht auch über verpasste Chancen. Es kann ein Anstoss zur aktiven Gestaltung der bestehenden Beziehungen sein.

Der Besuch auf dem Friedhof führt mir auch meine eigene Sterblichkeit vor Augen. Der Blick auf die Endlichkeit kann beängstigend sein. Er kann allerdings auch hilfreich sein, um Dinge im eigenen Leben aus einer anderen Perspektive zu gewichten und zu ordnen: Was ist mir wichtig in meinem Leben? Was soll von meinem Leben bleiben?

Doch was bewegt uns zum Besuch des Friedhofs? Zunächst sicherlich das Andenken an den Verstorbenen. Der Respekt, welcher damit der Person gegenüber zum Ausdruck gebracht wird. Es ist somit auch eine Liebestat gegenüber einer Verstorbenen/ einem Verstorbenen. Im Glaubenskurs werden diese Liebestaten als die Werke der Barmherzigkeit bezeichnet – je nach dem Bedürfnis, dem entsprochen wird, leibliche oder geistige Werke der Barmherzigkeit. In beiden Zusammenstellungen wird auf die Toten Bezug genommen.

Sprechen wir vom Bestatten Toter, sprechen wir hierzulande eher von einer Selbstverständlichkeit als von einem leiblichen Akt der Barmherzigkeit. Wenn in der Schweiz jemand stirbt, ist es selbstverständlich, dass sie/ er bestattet wird. Zumindest eine einfache Bestattung des eingeäscherten Leichnams ist rechtlich garantiert. Denn es gehört zum Respekt vor der Würde des Menschen, seinen sterblichen Überresten eine würdige letzte Ruhestätte zu verschaffen.

Für die Toten zu beten zählt zu den geistlichen Werken der Barmherzigkeit. Dies gilt natürlich auch fürs Gebet für die Lebenden. Im Beten für die Toten zeigt sich das Bewusstsein für eine Gemeinschaft, welche die diesseitige menschliche Verbundenheit überschreitet. Die Gemeinschaft der Getauften umfasst uns, die wir hier leben und wirken. „Die streitende Kirche“ – nicht wegen mancher möglicher Differenzen, sondern weil das christliche Leben stets eine gewisse Überwindung seiner selbst verlangt. Mit der „glorreichen Kirche“ ist die Gemeinschaft jener im Himmel gemeint, deren Aufgabe es unter anderem ist, für uns einzutreten. Und die „leidende Kirche“ bezeichnet jene, welche einen Teil des Prozesses der eigenen Läuterung hinausgezögert hatten. Genauso wie wir in diesem Leben Menschen auf ihrem Weg im Gebet begleiten können, so sollen wir damit jene unterstützen, die das Sein mit Gott vor Augen haben und auf dem Weg in den Himmel sind.

Pascal Bamert