Der Papst will Wandel!

So kommentiert Bischof Felix Gmür das nachapostolische Schreiben „Querida Amazonia“ des Papstes im Interview mit SRF4 News (13.02.2020).

Als in Rom die Synode zum Amazonas tagte, wohnte ich im Nordosten Brasiliens bei einer Familie. Ich wollte Sprache, Land und Leute kennenzulernen. Und es war spannend. Der Gastvater war Hausmeister an der Sprachschule. Die Gastmutter Schneiderin. Oft verfolgte ich abends mit ihnen das Tagesgeschehen im Fernsehen. Die Beratungen in Rom führten dazu, dass zu bester Sendezeit heisse Eisen rund um den Amazonas angepackt wurden und in die Stuben eines Landes flimmerten, das allein so gross ist wie unser ganzer Kontinent. „Fulano e Sicrano“ (Hinz und Kunz) wurden unter anderem mit der Landfrage konfrontiert. Und dies nicht schwarzweiss – der Landraub, die Guten und die Bösen. Fragen und Lösungsansätze wurden ausgefaltet. Für eine multinationale Region mit einer Fläche, die fast 150mal so gross ist wie die Schweiz, ist ein solcher Prozess aufwändig und entsprechend kostspielig. Und dies ist nur eine vieler zu lösender Schwierigkeiten.

Über einem Feierabendbier kam ich mit einem Biologen ins Gespräch. Er erforscht medizinische Eigenschaften von Regenwaldpflanzen. Seine Expeditionen klingen nach Roman oder Spielfilm. Doch führten sie ihn an der Seite Indigener tatsächlich in den dichten Dschungel. Der Austausch sei zu Beginn kein leichter gewesen. Das bereits gewonnene Wissen jedoch gross. Der Biologe sprach zunächst von den wissenschaftlichen Disziplinen. Und wenn ich ihn erzählen hörte: mehr noch auf der Ebene des Zwischenmenschlichen und Kulturellen.

In der Begegnung erwächst Verantwortung. Schutz und Entwicklung der Region kann nur unter Einbezug der Lokalbevölkerung geschehen – gerade auch der indigenen und der ursprünglich aus Afrika stämmigen. Eine Synode ist eine Wegmarke der pilgernden Kirche. Im Schlussdokument der Jugendsynode 2018 wurde festgehalten: „Denn wir glauben, dass Gott auch heute durch junge Menschen […] zu Kirche und Welt spricht.“ (Nr. 64) Einberufen wurde sie Anfang 2017. Stattgefunden hat sie wenige Wochen nachdem in Schweden die „Fridays for Future“-Bewegung losgetreten wurde. Im Herbst ging es nicht nur um Amazonien, sondern auch um uns, heute und morgen: „Das Gleichgewicht des Planeten hängt auch von der Gesundheit Amazoniens ab.“ (Papst Franziskus in Querida Amazonia, Nr. 48). Amazonien umfasst mehr als die Hälfte des Regenwalds der Erde. Die ganze Amazonas-Frage ist nicht nur hochkomplex. Sie ist auch enorm wichtig. Der Amazonas fliesst sozusagen auch durch Basel. Denn „es wird keine gesunde und nachhaltige Ökologie geben, die fähig ist, etwas zu verändern, wenn die Personen sich nicht ändern […].“ Der Papst spornt dazu an, „einen anderen Lebensstil anzunehmen, der weniger unersättlich ist, ruhiger, respektvoller, weniger ängstlich besorgt und brüderlicher.“ (QA 58) Wenn der Papst in seinem Schreiben vier Visionen skizziert und dabei auf hiesige kirchenpolitische Fragen kaum eingeht, will er unser Augenmerk über den eigenen Tellerrand hinauslenken. Er will „den Wandel zu einer gerechteren Welt und einer Weltordnung, die nicht Arme produziert und die Welt kaputt macht. Und das betrifft auch uns Menschen in der Schweiz. Was haben wir für eine Wirtschaftsordnung? […] Hier will der Papst Wandel. Nur wollen wir hier nicht gerne hinschauen, weil wir etwas tun müssen.“ (Mgr. Gmür)

Pascal Bamert


 

 

Kindertreff

Nach den Fasnachtsferien laden wir alle Kinder ab dem ersten Kindergartenjahr bis zur vierten Primarschulklasse zu unserem Kindertreff ein. Jeweils ausserhalb der Ferien treffen wir uns jeden Donnerstag zwischen 16:30 und 17:30 Uhr im Pfarreiheim St. Anton und werden gemeinsam biblische Geschichten hören, spielen, basteln und singen.

Zwischen den Fasnachts- und Frühlingsferien erfahren wir, wie Jesus getauft wurde, wie er einen grossen Sturm auf dem See zur Ruhe brachte, wie er bei Zachäus zu Besuch war und vor dem Palmsonntag spielen wir nach, dass Jesus – wie ein König! – in Jerusalem eingezogen ist.

Je nach Alter der Kinder, teilen wir uns in zwei Gruppen, damit alle Kinder gut mitmachen können und Spass haben. Der Beginn ist am Donnerstag, 12. März, um 16:30 Uhr. Nähere Infos erhalten Sie telefonisch oder per Mail (Mobilfon 079 939 58 27 bzw. marie(dot)hohl(at)rkk-bs(dot)ch).

Ihr dürft gern auch eure Freunde mitbringen – denn jede & jeder ist willkommen! Wir freuen uns auf euch!

Monika Hunn und Marie Hohl

 


 

Die Prostratio ist ein eindrückliches Zeichen der Ganzhingabe und ist auch Teil der Liturgie bei Weihen und Feierlichen Professen

 

Darstellung des Herrn

 

40 Tage nach Weihnachten feiern wir das Fest der «Darstellung des Herrn». Dieses Fest erinnert an die alttestamentliche Praxis, den Erstgeborenen 40 Tage nach der Geburt dem Herrn zu übergeben – «zu opfern» (vgl. Ex 13,2.15). Diese «Darbringung» des Erstgeborenen erinnert an den Auszug aus Ägypten. So wie die Erstgeborenen der Ägypter gestorben sind, während diejenigen der Israeliten am Leben blieben, so werden die Erstgeborenen dem Herrn geweiht (Ex 13,15) und dann wieder ausgelöst (Num 18,16). Lukas berichtet nun davon, dass Maria und Josef 40 Tage nach der Geburt Jesu diesen nach Jerusalem brachten, um ihn dem Herrn zu weihen. Von der Auslösung wird nicht mehr berichtet. So wird zeichenhaft zum Ausdruck gebracht, dass Jesus nicht seiner Familie «gehört» sondern ganz und gar Gott, dem Herrn

Dem Herrn geweiht !

So ist es verständlich, dass die Kirche den 2. Februar als Tag des Geweihten Lebens begeht. Bei der Ordensgprofess geschieht ja in gewisser Weise genau das, was bei der Darstellung des Herrn geschieht: Das Leben eines Menschen wird Gott übergeben. Die Zugehörigkeit ist nicht einfach spirituell, sondern wird konkret nach aussen hin sichtbar. Die Zugehörigkeit zum Orden und der damit verbundene Gehorsam dem Ordensoberen gegenüber bringen zum Ausdruck, dass der Ordensmann/ die Ordensfrau ganz dem Herrn gehört. Früher wurde das auch dadurch sichtbar, dass man erst dann in einen Orden eintreten konnte oder zum Priester geweiht werden konnte, auch die Altersvorsorge für Eltern oder andere Familienangehörige geregelt war und niemand mehr Anspruch erheben konnte auf die Dienste desjenigen, der ganz dem Herrn zur Verfügung stehen wollte. Es ist auch heute noch hilfreich, wenn ein Priester oder ein Ordensmann, eine Ordensfrau sich bewusst ist, dass er/ sie in gewisser Weise für die Familie gestorben ist.

Dem Herrn geweiht – auch wir !

Diese radikale Zugehörigkeit zum Herrn scheint uns in dieser Form vielleicht etwas fremd, aber sie entspricht unserer Berufung als Christen. Als Getaufte sind wir Söhne und Töchter Gottes, gehören wir zu Christus und tragen seinen Namen. Paulus schreibt wiederholt, dass wir für diese Welt gestorben sind, aber für Gott leben. Diese Wirklichkeit muss immer wieder neu errungen werden und so ist es äusserst hilfreich, wenn wir uns immer wieder Ordenleute als Vorbild nehmen dürfen, die exemplarisch das gewählt haben und das leben, wozu wir alle bestimmt sind.

Bitten wir Gott um gute Priester- und Ordensberufungen und darum, dass die Berufenen ihren Ruf hören und ihrer Berufung das ganze Leben treu bleiben.

Pfr. Stefan Kemmler